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12. März 2024 Design Engineering

Die Kunst des unsichtbaren Designs

Warum die besten Interfaces oft die sind, die Nutzer am wenigsten bemerken, und wie man nahtlose Interaktionsmuster erreicht.

Wenn wir über Design-Systeme sprechen, konzentrieren wir uns oft auf die sichtbare Ebene: die Spacing-Tokens, die Farbpaletten, die typografischen Skalen. Während diese die Bausteine sind, liegt die wahre Eleganz eines digitalen Produkts in dem, was nicht da ist. Unsichtbares Design ist die Praxis, Reibung so effektiv zu entfernen, dass das Interface verschwindet und nur die eigentliche Aufgabe übrig bleibt.

Es ist ein Paradoxon. Als Designer wollen wir, dass unsere Arbeit gesehen wird. Doch in dem Moment, in dem ein Nutzer innehält, um einen Button zu bewundern, haben wir möglicherweise seinen Flow unterbrochen. Das Ziel ist nicht langweilig zu sein; es ist unvermeidlich zu sein.

Kognitive Last reduzieren

Jedes Element auf einem Bildschirm konkurriert um Aufmerksamkeit. Wenn wir ein Label, einen Rahmen oder einen Schatten hinzufügen, bitten wir den Nutzer, dieses Signal zu verarbeiten. Um Unsichtbarkeit zu erreichen, müssen wir diese Signale gnadenlos prüfen.

  • Nähe statt Rahmen: Gruppiere verwandte Elemente, indem du sie näher zusammen platzierst, anstatt Boxen um sie zu zeichnen.
  • Hierarchie durch Gewicht: Nutze Schriftgewicht und Deckkraft, um Wichtigkeit zu kennzeichnen, nicht nur Größe.
  • Progressive Offenlegung: Zeige Steuerelemente nur, wenn sie relevant sind. Hover-Zustände sind mächtige Werkzeuge für Sauberkeit.

Typografie als Interface

In einer inhaltsreichen Anwendung ist Typografie das Interface. Die Wahl der Schriftart bestimmt den Ton, aber der Satz kontrolliert die Benutzerfreundlichkeit.

“Gutes Design ist offensichtlich. Großartiges Design ist transparent. Es räumt den Weg für den Nutzer frei, sein Ziel ohne Hindernisse zu erreichen.” — Dieter Rams (paraphrasiert)

Wenn wir die Dekorationen entfernen, bleibt uns das Rohmaterial des Webs: Information. Diese Information zu formen erfordert ein Gespür für Rhythmus und Proportion, das Tools wie Figma ermöglichen können, aber nur das Auge des Designers beurteilen kann.


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